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habe, jetzt soll ich das alles hergeben und die gelbe Weste dazu, die ich auch von ihr habe?
Nein, lieber sterben, als daß ich den schlechten Menschen meiner Frau Pate Geschmeide
gebe!"
"Sei kein Narr!" rief der Zirkelschmidt; "wenn sie dich totschlagen, bekommt die Frau Gräfin
den Schmuck dennoch nicht; drum ist es besser, du gibst ihn her und erhältst dein Leben."
Felix antwortete nicht; die Nacht war jetzt ganz heraufgekommen und bei dem ungewissen
Schein des Neumonds konnte man kaum auf fünf Schritte vor sich sehen; er wurde immer
ängstlicher, hielt sich näher an seinen Kameraden, und war mit sich uneinig, ob er seine
Reden und Beweise billigen sollte oder nicht. Noch eine Stunde beinahe waren sie so
fortgegangen, da erblickten sie in der Ferne ein Licht. Der junge Goldschmidt meinte aber,
man dürfe nicht trauen, vielleicht könnte es ein Räuberhaus sein, aber der Zirkelschmidt
belehrte ihn, daß die Räuber ihre Häuser oder Höhlen unter der Erde haben, und dies müsse
das Wirtshaus sein, das ihnen ein Mann am Eingang des Waldes beschrieben.
Es war ein langes, aber niedriges Haus, ein Karren stand davor und nebenan im Stall hörte
man Pferde wiehern. Der Zirkelschmidt winkte seinen Gesellen an ein Fenster, dessen
Laden geöffnet waren. Sie konnten, wenn sie sich auf die Zehen stellten, die Stube
übersehen. Am Ofen in einem Armstuhl schlief ein Mann, der seiner Kleidung nach ein
Fuhrmann, und wohl auch der Herr des Karrens vor der Türe sein konnte. An der andern
Seite des Ofens saßen ein Weib und ein Mädchen und spannen; hinter dem Tisch an der
Wand saß ein Mensch, der ein Glas Wein vor sich, den Kopf in die Hände gestützt hatte, so
daß sie sein Gesicht nicht sehen konnten. Der Zirkelschmidt aber wollte aus seiner Kleidung
bemerken, daß er ein vornehmer Herr sein müsse.
Als sie so noch auf der Lauer standen, schlug ein Hund im Hause an; Munter, des
Zirkelschmidts Hund, antwortete, und eine Magd erschien in der Türe und schaute nach den
Fremden heraus.
Man versprach ihnen Nachtessen und Betten geben zu können; sie traten ein, und legten die
schweren Bündel, Stock und Hut in die Ecken und setzten sich zu dem Herrn am Tische.
Dieser richtete sich bei ihrem Gruße auf, und sie erblickten einen feinen jungen Mann, der
ihnen freundlich für ihren Gruß dankte.
"Ihr seid spät auf der Bahn", sagte er; "habt ihr euch nicht gefürchtet, in so dunkler Nacht
durch den Spessart zu reisen? Ich für meinen Teil habe lieber mein Pferd in dieser Schenke
eingestellt, als daß ich nur noch eine Stunde weitergeritten wäre."
"Da habt Ihr allerdings recht gehabt, Herr!" erwiderte der Zirkelschmidt. "Der Hufschlag eines
schönen Pferdes ist Musik in den Ohren dieses Gesindels und lockt sie auf eine Stunde weit;
aber wenn ein paar arme Bursche wie wir durch den Wald schleichen, Leute, welchen die
Räuber eher selbst etwas schenken könnten, da heben sie keinen Fuß auf!"
"Das ist wohl wahr", entgegnete der Fuhrmann, der durch die Ankunft der Fremden erweckt,
auch an den Tisch getreten war; "einem armen Mann können sie nicht viel anhaben seines
Geldes willen; aber man hat Beispiele, daß sie arme Leute nur aus Mordlust niederstießen,
oder sie zwangen, unter die Bande zu treten und als Räuber zu dienen."
"Nun, wenn es so aussieht mit diesen Leuten im Wald", bemerkte der junge Goldschmidt, "so
wird uns wahrhaftig auch dieses Haus wenig Schutz gewähren. Wir sind nur zu viert, und mit
dem Hausknecht fünf; wenn es ihnen einfällt, zu zehn uns zu überfallen, was können wir
gegen sie? Und überdies", setzte er leise flüsternd hinzu, "wer steht uns dafür, daß diese
Wirtsleute ehrlich sind?"
"Da hat es gute Wege", erwiderte der Fuhrmann. "Ich kenne diese Wirtschaft seit mehr als
zehn Jahren und habe nie etwas Unrechtes darin verspürt. Der Mann ist selten zu Hause,
man sagt, er treibe Weinhandel, die Frau aber ist eine stille Frau, die niemand Böses will;
nein, dieser tut Ihr unrecht, Herr!"
"Und doch", nahm der junge vornehme Herr das Wort, "doch möchte ich nicht so ganz
verwerfen was er gesagt. Erinnert euch an die Gerüchte von jenen Leuten, die in diesem
Wald auf einmal spurlos verschwunden sind. Mehrere davon hatten vorher gesagt, sie
werden in diesem Wirtshaus übernachten, und al
von ihnen vernahm, ihrem Weg nachforschte und auch hier im Wirtshause nachfragte, da
soll nun keiner gesehen worden sein; verdächtig ist es doch."
"Weiß Gott!" rief der Zirkelschmidt, "da handelten wir ja vernünftiger, wenn wir unter dem
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