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das könnet Ihr mir nicht übelnehmen, wenn mir ein anderer Stand besser gefällt, als der
meinige. Ein Kohlenbrenner ist halt so gar etwas Geringes auf der Welt, und die Glasleute
und Flözer und Uhrmacher und alle sind angesehener."
"Hochmut kommt oft vor dem Fall", erwiderte der kleine Herr vom Tannenwald etwas
freundlicher; "ihr seid ein sonderbar Geschlecht, ihr Menschen! Selten ist einer mit dem
Stand ganz zufrieden, in dem er geboren und erzogen ist, und was gilt's, wenn du ein
Glasmann wärest, möchtest du gern ein Holzherr sein, und wärest du Holzherr, so stünde dir
des Försters Dienst, oder des Amtmanns Wohnung an. Aber es sei; wenn du versprichst,
brav zu arbeiten, so will ich dir zu etwas Besserem verhelfen, Peter. Ich pflege jedem
Sonntagskind, das sich zu mir zu finden weiß, drei Wünsche zu gewähren; die ersten zwei
sind frei; den dritten kann ich verweigern, wenn er töricht ist. So wünsche dir also jetzt etwas;
aber - Peter, etwas Gutes und Nützliches."
"Heisa! Ihr seid ein treffliches Glasmännlein, und mit Recht nennt man Euch Schatzhauser,
denn bei Euch sind die Schätze zu Hause. Nu - und also darf ich wünschen, wornach mein
Herz begehrt, so will ich denn fürs erste, daß ich noch besser tanzen könne, als der
Tanzbodenkönig, und jedesmal noch einmal soviel Geld ins Wirtshaus bringe als er."
"Du Tor!" erwiderte der Kleine zürnend. "Welch ein erbärmlicher Wunsch ist dies, gut tanzen
zu können, und Geld zum Spiel zu haben. Schämst du dich nicht, dummer Peter, dich selbst
so um dein Glück zu betrügen? Was nützt es dir und deiner armen Mutter, wenn du tanzen
kannst? Was nützt dir dein Geld, das nach deinem Wunsch nur für das Wirtshaus ist, und
wie das des elenden Tanzbodenkönigs dort bleibt. Dann hast du wieder die ganze Woche
nichts, und darbst wie zuvor. Noch einen Wunsch gebe ich dir frei, aber sieh dich vor, daß du
vernünftiger wünschest."
Peter kraulte sich hinter den Ohren, und sprach nach einigem Zögern: "Nun so wünsche ich
mir die schönste und reichste Glashütte im ganzen Schwarzwald, mit allem Zubehör, und
Geld, sie zu leiten."
"Sonst nichts?" fragte der Kleine mit besorglicher Miene. "Peter, sonst nichts?"
"Nun - Ihr könnet noch ein Pferd dazutun, und ein Wägelchen -"
"Oh, du dummer Kohlen-Munk-Peter!" rief der Kleine, und warf seine gläserne Pfeife im
Unmut an eine dicke Tanne, daß sie in hundert Stücke sprang, "Pferde, Wägelchen?
Verstand, sag ich dir, Verstand, gesunden Menschenverstand und Einsicht hättest du
wünschen sollen, aber nicht Pferdchen und Wägelchen. Nun, werde nur nicht so traurig, wir
wollen sehen, daß es auch so nicht zu deinem Schaden ist; denn der zweite Wunsch war im
ganzen nicht töricht; eine gute Glashütte nährt auch ihren Mann und Meister, nur hättest du
Einsicht und Verstand dazu mitnehmen können, Wagen und Pferde wären dann wohl von
selbst gekommen."
"Aber, Herr Schatzhauser", erwiderte Peter, "ich habe ja noch einen Wunsch übrig; da
könnte ich ja Verstand wünschen, wenn er mir so überaus nötig ist, wie Ihr meinet."
"Nichts da; du wirst noch in manche Verlegenheit kommen, wo du froh sein wirst, wenn du
noch einen Wunsch frei hast; und nun mache dich auf den Weg nach Hause. Hier sind",
sprach der kleine Tannengeist, indem er ein kleines Beutelein aus der Tasche zog, "hier sind
zweitausend Gulden, und damit genug, und komm mir nicht wieder um Geld zu fordern, denn
dann müßte ich dich an die höchste Tanne aufhängen; so hab ich's gehalten, seit ich in dem
Wald wohne. Vor drei Tagen aber ist der alte Winkfritz gestorben, der die große Glashütte
gehabt hat im Unterwald. Dorthin gehe morgen frühe, und mach ein Bot auf das Gewerbe,
wie es recht ist. Halt dich wohl, sei fleißig und ich will dich zuweilen besuchen, und dir mit
Rat und Tat an die Hand gehen, weil du dir doch keinen Verstand erbeten; aber, und das sag
ich dir ernstlich, dein erster Wunsch war böse; nimm dich in acht vor dem Wirtshauslaufen;
Peter! 's hat noch bei keinem lange gut getan." Das Männlein hatte, während es dies sprach,
eine neue Pfeife vom schönsten Beinglas hervorgezogen, sie mit gedö rrten Tannenzapfen
gestopft, und in den kleinen, zahnlosen Mund gesteckt. Dann zog er ein ungeheures
Brennglas hervor, trat in die Sonne, und zündete seine Pfeife an. Als er damit fertig war, bot
er dem Peter freundlich die Hand, gab ihm noch ein paar gute Lehren auf den Weg, rauchte
und blies immer schneller, und verschwand endlich in einer Rauchwolke, die nach echtem
holländischen Tabak roch, und langsam sich kräuselnd in den Tannenwipfeln verschwebte.
Als Peter nach Haus kam, fand er seine Mutter sehr in Sorgen um ihn, denn die gute Frau
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