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von unerklärlicher Angst und Bangigkeit gejagt, ri
will ich nichts zu schaffen haben, und ich kenn Euch schon", und lief was er laufen konnte. -
Aber der Waldgeist schritt mit ungeheuren Schritten neben ihm her, und murmelte dumpf
und drohend: "Wirst's noch bereuen, Peter, wirst noch zu mir kommen; auf deiner Stirne
steht's geschrieben, in deinem Auge ist's zu lesen; du entgehst mir nicht. - Lauf nicht so
schnell, höre nur noch ein vernünftig Wort, dort ist schon meine Grenze." Aber als Peter dies
hörte, und unweit vor ihm einen kleinen Graben sah, beeilte er sich nur noch mehr, über die
Grenze zu kommen, so daß Michel am Ende schneller laufen mußte und unter Flüchen und
Drohungen ihn verfolgte. Der junge Mann setzte mit einem verzweifelten Sprung über den
Graben, denn er sah, wie der Waldgeist mit seiner Stange ausholte, und sie auf ihn
niederschmettern lassen wollte; er kam glücklich jenseits an, und die Stange zersplitterte in
der Luft, wie an einer unsichtbaren Mauer, und ein langes Stück fiel zu Peter herüber.
Triumphierend hob er es auf, um es dem groben Holländer-Michel zuzuwerfen, aber in
diesem Augenblick fühlte er das Stück Holz in seiner Hand sich bewegen, und zu seinem
Entsetzen sah er, daß es eine ungeheure Schlange sei, was er in der Hand hielt, die sich
schon mit geifernder Zunge und blitzenden Augen an ihm hinaufbäumte. Er ließ sie los, aber
sie hatte sich schon fest um seinen Arm gewickelt und kam mit schwankendem Kopf seinem
Gesicht immer näher; da rauschte auf einmal ein ungeheurer Auerhahn nieder, packte den
Kopf der Schlange mit dem Schnabel, erhob sich mit ihr in die Lüfte, und Holländer-Michel,
der dies alles von dem Graben aus gesehen hatte, heulte und schrie und raste, als die
Schlange von einem Gewaltigern entführt ward.
Erschöpft und zitternd setzte Peter seinen Weg fort; der Pfad wurde steiler, die Gegend
wilder, und bald fand er sich wieder an der ungeheuren Tanne. Er machte wieder wie
gestern seine Verbeugungen gegen das unsichtbare Glasmännlein, und hub dann an:
"Schatzhauser im grünen Tannenwald
Bist schon viel hundert Jahre alt,
Dein ist all Land, wo Tannen stehn,
Läßt dich nur Sonntagskindern sehn."
"Hast's zwar nicht ganz getroffen, aber weil du es bist, Kohlen-Munk-Peter, so soll es so
hingehen", sprach eine zarte, feine Stimme neben ihm. Erstaunt sah er sich um, und unter
einer schönen Tanne saß ein kleines, altes Männlein, in schwarzem Wams und roten
Strümpfen, und den großen Hut auf dem Kopf. Er hatte ein feines, freundliches Gesichtchen,
und ein Bärtchen so zart wie aus Spinnweben; er rauchte, was sonderbar anzusehen war,
aus einer Pfeife von blauem Glas und als Peter näher trat, sah er zu seinem Erstaunen, daß
auch Kleider, Schuhe und Hut des Kleinen aus gefärbtem Glas bestanden; aber es war
geschmeidig, als ob es noch heiß wäre, denn es schmiegte sich wie ein Tuch nach jeder
Bewegung des Männleins.
"Du bist dem Flegel begegnet, dem Holländer-Michel?" sagte der Kleine, indem er zwischen
jedem Wort sonderbar hüstelte; "er hat dich recht ängstigen wollen, aber seinen Kunstprügel
habe ich ihm abgejagt, den soll er nimmer wiederkriegen."
"Ja, Herr Schatzhauser", erwiderte Peter mit einer tiefen Verbeugung, "es war mir recht
bange. Aber Ihr seid wohl der Herr Auerhahn gewesen, der die Schlange totgebissen; da
bedanke ich mich schönstens. - Ich komme aber, um mir Rat zu holen bei Euch; es geht mir
gar schlecht und hinderlich; ein Kohlenbrenner bringt es nicht weit; und da ich noch jung bin,
dächte ich doch, es könnte noch was Besseres aus mir werden; und wenn ich oft andere
sehe, wie weit die es in kurzer Zeit gebracht haben; wenn ich nur den Ezechiel nehme und
den Tanzbodenkönig; die haben Geld wie Heu."
"Peter", sagte der Kleine sehr ernst, und blies den Rauch aus seiner Pfeife weit hinweg;
"Peter, sag mir nichts von diesen. Was haben sie davon, wenn sie hier ein paar Jahre dem
Schein nach glücklich, und dann nachher desto unglücklicher sind? Du mußt dein Handwerk
nicht verachten; dein Vater und Großvater waren Ehrenleute und haben es auch getrieben,
Peter Munk! Ich will nicht hoffen, daß es Liebe zum Müßiggang ist, was dich zu mir führt."
Peter erschrak vor dem Ernst des Männleins und errötete: "Nein", sagte er, "Müßiggang,
weiß ich wohl, Herr Schatzhauser im Tannenwald, Müßiggang ist a ller Laster Anfang, aber
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