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Das fuhr wie ein leuchtender Blitz durch Peters Ohr, und hastig raffte er sich auf, stürzte aus
dem Haus, weil er meinte, nicht recht gehört zu haben, sprang den drei Burschen nach, und
packte den Sänger hastig und unsanft beim Arm: "Halt Freund!" rief er, "was habt Ihr da auf
'stehen' gereimt, tut mir die Liebe und sprecht, was Ihr gesungen."
"Was ficht's dich an, Bursche?" entgegnete der Schwarzwälder. "Ich kann singen, was ich
will, und laß gleich meinen Arm los, oder -"
"Nein, sagen sollst du, was du gesungen hast!" schrie Peter beinahe außer sich und packte
ihn noch fester an; die zwei andern aber, als sie dies sahen, zögerten nicht lange, sondern
fielen mit derben Fäusten über den armen Peter her, und walkten ihn derb, bis er vor
Schmerzen das Gewand des dritten ließ, und erschöpft in die Kniee sank. "Jetzt hast du dein
Teil", sprachen sie lachend, "und merk dir, toller Bursche, daß du Leute, wie wir sind, nimmer
anfällst auf offenem Wege."
"Ach, ich will es mir gewißlich merken!" erwiderte Kohlen-Peter seufzend; "aber so ich die
Schläge habe, seid so gut und saget deutlich, was jener gesungen."
Da lachten sie aufs neue, und spotteten ihn aus; aber der das Lied gesungen, sagte es ihm
vor, und lachend und singend zogen sie weiter.
"Also 'sehen' ", sprach der arme Geschlagene, indem er sich mühsam aufrichtete; " 'sehen'
und 'stehen'. Jetzt, Glasmännlein, wollen wir wieder ein Wort zusammen sprechen." Er ging
in die Hütte, holte seinen Hut und den langen Stock, nahm Abschied von den Bewohnern der
Hütte, und trat seinen Rückweg nach dem Tannenbühl an. Er ging langsam und sinnend
seine Straße, denn er mußte ja seinen Vers ersinnen; endlich, als er schon in dem Bereich
des Tannenbühls ging, und die Tannen höher und dichter wurden, hatte er auch seinen Vers
gefunden, und machte vor Freuden einen Sprung in die Höhe. Da trat ein riesengroßer Mann
in Flözerkleidung, und eine Stange, so lang wie ein Mastbaum in der Hand, hinter den
Tannen hervor. Peter Munk sank beinahe in die Knie, als er jenen langsamen Schrittes
neben sich wandeln sah; denn er dachte, das ist der Holländer-Michel, und kein anderer.
Noch immer schwieg die furchtbare Gestalt, und Peter schielte zuweilen furchtsam nach ihm
hin. Er war wohl einen Kopf größer, als der längste Mann, den Peter je gesehen, sein
Gesicht war nicht mehr jung, doch auch nicht alt, aber voll Furchen und Falten; er trug ein
Wams von Leinwand, und die ungeheuren Stiefeln, über die Lederbeinkleider
heraufgezogen, waren Peter aus der Sage wohlbekannt.
"Peter Munk, was tust du im Tannenbühl?" fragte der Waldkönig endlich mit tiefer,
dröhnender Stimme.
"Guten Morgen, Landsmann", antwortete Peter, indem er sich unerschrocken zeigen wollte,
aber heftig zitterte, "ich will durch den Tannenbühl nach Haus zurück."
"Peter Munk", erwiderte jener, und warf einen stechenden furchtbaren Blick nach ihm
herüber, "dein Weg geht nicht durch diesen Hain."
"Nun, so gerade just nicht", sagte jener, "aber es macht heute warm, da dachte ich, es wird
hier kühler sein."
"Lüge nicht, du, Kohlen-Peter!" rief Holländer-Michel mit donnernder Stimme, "oder ich
schlag dich mit der Stange zu Boden. Meinst, ich hab dich nicht betteln sehen bei dem
Kleinen?" setzte er sanft hinzu. "Geh, geh, das war ein dummer Streich, und gut ist es, daß
du das Sprüchlein nicht wußtest; er ist ein Knauser, der kleine Kerl, und gibt nicht viel, und
wem er gibt, der wird seines Lebens nicht froh. - Peter du bist ein armer Tropf, und dauerst
mich in der Seele; so ein munterer, schöner Bursche, der in der Welt was anfangen könnte,
und sollst Kohlen brennen! Wenn andere große Taler oder Dukaten aus dem Ärmel
schütteln, kannst du kaum ein paar Sechser aufwenden; 's ist ein ärmlich Leben."
"Wahr ist's; und recht habt Ihr; ein elendes Leben."
"Na, mir soll's nicht drauf ankommen", fuhr der schreckliche Michel fort; "hab schon
manchem braven Kerl aus der Not geholfen, und du wärst nicht der erste. Sag einmal,
wieviel hundert Taler brauchst du fürs erste?"
Bei diesen Worten schüttelte er das Geld in seiner ungeheuren Tasche untereinander, und
es klang wieder wie diese Nacht im Traum. Aber Peters Herz zuckte ängstlich und
schmerzhaft bei diesen Worten, es wurde ihm kalt und warm, und der Holländer-Michel sah
nicht aus, wie wenn er aus Mitleid Geld wegschenkte, ohne etwas dafür zu verlangen. Es
fielen ihm die geheimnisvollen Worte des alten Mannes über die reichen Menschen ein, und
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