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"Wie schön!" sagte Frau Lisbeth, "und hier ist mir viel heimischer, als in dem großen Haus
mit dem vielen Gesinde."
Von jetzt an wurde Peter Munk ein fleißiger und wackerer Mann. Er war zufrieden mit dem,
was er hatte, trieb sein Handwerk unverdrossen und so kam es, daß er durch eigene Kraft
wohlhabend wurde, und angesehen und beliebt im ganzen Wald. Er zankte nie mehr mit
Frau Lisbeth, ehrte seine Mutter und gab den Armen, die an seine Türe pochten. Als nach
Jahr und Tag Frau Lisbeth von einem schönen Knaben genas, ging Peter nach dem
Tannenbühl und sagte sein Sprüchlein. Aber das Glasmännlein zeigte sich nicht. "Herr
Schatzhauser", rief er laut, "hört mich doch; ich will ja nichts anderes, als Euch zu Gevatter
bitten bei meinem Söhnlein!" Aber er gab keine Antwort; nur ein kurzer Windstoß sauste
durch die Tannen, und warf einige Tannzapfen herab ins Gras. "So will ich dies zum
Andenken mitnehmen, weil Ihr Euch doch nicht sehen lassen wollet", rief Peter, steckte die
Zapfen in die Tasche, und ging nach Hause; aber als er zu Hause das Sonntagswams
auszog, und seine Mutter die Taschen umwandte, und das Wams in den Kasten legen
wollte, da fielen vier stattliche Geldrollen heraus, und als man sie öffnete, waren es lauter
gute, neue badische Taler, und kein einziger falscher darunter. Und das war das
Patengeschenk des Männleins im Tannenwald für den kleinen Peter.
So lebten sie still und unverdrossen fort, und noch oft nachher, als Peter Munk schon graue
Haare hatte, sagte er: "Es ist doch besser zufrieden sein mit wenigem, als Gold und Güter
haben, und ein kaltes Herz."
Es mochten schon etwa fünf Tage vergangen sein, während Felix, der Jäger und der Student
noch immer unter den Räubern gefangen saßen. Sie wurden zwar von dem Hauptmann und
seinen Untergebenen gut behandelt, aber dennoch sehnten sie sich nach Befreiung, denn je
mehr die Zeit fortrückte, desto höher stieg auch ihre Angst vor Entdeckung. Am Abend des
fünften Tages erklärte der Jäger seinen Leidensgenossen, daß er entschlossen sei, in dieser
Nacht loszubrechen, und wenn es ihn auch das Leben kosten sollte. Er munterte seine
Gefährten zum gleichen Entschluß auf, und zeigte ihnen, wie sie ihre Flucht ins Werk setzen
könnten. "Den, der uns zunächst steht, nehme ich auf mich; es ist Notwehr, und Not kennt
kein Gebot, er muß sterben."
"Sterben?" rief Felix entsetzt; "Ihr wollt ihn totschlagen?"
"Das bin ich fest entschlossen, wenn es darauf ankommt, zwei Menschenleben zu retten.
Wisset, daß ich die Räuber mit besorglicher Miene habe flüstern hören, im Wald werde nach
ihnen gestreift, und die alten Weiber verrieten in ihrem Zorn die böse Absicht der Bande, sie
schimpften auf uns und gaben zu verstehen, wenn die Räuber angegriffen würden, so
müssen wir ohne Gnade sterben."
"Gott im Himmel!" rief der Jüngling entsetzt, und verbarg sein Gesicht in die Hände.
"Noch haben sie uns das Messer nicht an die Kehle gesetzt", fuhr der Jäger fort; "drum laßt
uns ihnen zuvorkommen. Wenn es dunkel ist, schleiche ich auf die nächste Wache zu; sie
wird anrufen: ich werde ihm zuflüstern, die Gräfin sei plötzlich sehr krank geworden, und
indem er sich umsieht, stoße ich ihn nieder. Dann hole ich Euch ab, junger Mann, und der
zweite kann uns ebensowenig entgehen; und beim dritten haben wir zu zwei leichtes Spiel." -
Der Jäger sah bei diesen Worten so schrecklich aus, daß Felix sich vor ihm fürchtete. Er
wollte ihn bereden, von diesem blutigen Gedanken abzustehen, als die Türe der Hütte leise
aufging und schnell eine Gestalt hereinschlüpfte. Es war der Hauptmann. Behutsam schloß
er wieder zu, und winkte den beiden Gefangenen, sich ruhig zu verhalten. Er setzte sich
neben Felix nieder und sprach:
"Frau Gräfin, Ihr seid in einer schlimmen Lage. Euer Herr Gemahl hat nicht Wort gehalten, er
hat nicht nur das Lösegeld nicht geschickt, sondern er hat auch die Regierungen umher
aufgeboten, bewaffnete Mannschaft streift von allen Seiten durch den Wald, um mich und
meine Leute aufzuheben. Ich habe Eurem Gemahl gedroht, Euch zu töten, wenn er Miene
mache, uns anzugreifen; doch es muß ihm entweder an Eurem Leben wenig liegen, oder er
traut unsern Schwüren nicht. Euer Leben ist in unserer Hand, ist nach unsern Gesetzen
verwirkt. Was wollet Ihr dagegen einwenden?"
Bestürzt sahen die Gefangenen vor sich nieder, sie wußten nicht zu antworten, denn Felix
erkannte wohl, daß ihn das Geständnis über seine Verkleidung nur noch mehr in Gefahr
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