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mürrisch zog er, wenn sie sonnabends an die Türe pochte, einen Sechsbätzner heraus,
schlug ihn in ein Papier und ließ ihn hinausreichen durch einen Knecht. Er vernahm ihre
zitternde Stimme, wenn sie dankte und wünschte, es möge ihm wohlgehen auf Erden, er
hörte sie hüstelnd von der Türe schleichen, aber er dachte weiter nicht mehr daran, als daß
er wieder sechs Batzen umsonst ausgegeben.
Endlich kam Peter auch auf den Gedanken zu heiraten. Er wußte, daß im ganzen
Schwarzwald jeder Vater ihm gerne seine Tochter geben werde; aber er war schwierig in
seiner Wahl, denn er wollte, daß man auch hierin sein Glück und seinen Verstand preisen
sollte; daher ritt er umher, im ganzen Wald, schaute hier, schaute dort, und keine der
schönen Schwarzwälderinnen deuchte ihm schön genug. Endlich, nachdem er auf allen
Tanzböden umsonst nach der Schönsten ausgeschaut hatte, hörte er eines Tages, die
Schönste und Tugendsamste im ganzen Wald sei eines armen Holzhauers Tochter. Sie lebe
still und für sich, besorge geschickt und emsig ihres Vaters Haus, und lasse sich nie auf dem
Tanzboden sehen, nicht einmal zu Pfingsten oder Kirmes. Als Peter von diesem Wunder des
Schwarzwalds hörte, beschloß er, um sie zu werben, und ritt nach der Hütte, die man ihm
bezeichnet hatte. Der Vater der schönen Lisbeth empfing den vornehmen Herrn mit Staunen,
und er staunte noch mehr, als er hörte, es sei dies der reiche Herr Peter und er wolle sein
Schwiegersohn werden. Er besann sich auch nicht lange, denn er meinte, all seine Sorge
und Armut werde nun ein Ende haben, sagte zu, ohne die schöne Lisbeth zu fragen, und das
gute Kind war so folgsam, daß sie ohne Widerrede Frau Peter Munkin wurde.
Aber es wurde der Armen nicht so gut, als sie sich geträumt hatte. Sie glaubte ihr
Hauswesen wohl zu verstehen, aber sie konnte Herrn Peter nichts zu Dank machen, sie
hatte Mitleiden mit armen Leuten, und da ihr Eheherr reich war, dachte sie, es sei keine
Sünde, einem armen Bettelweib einen Pfennig, oder einem alten Mann einen Schnaps zu
reichen, aber als Herr Peter dies eines Tages merkte, sprach er mit zürnenden Blicken und
rauher Stimme:
"Warum verschleuderst du mein Vermögen an Lumpen und Straßenläufer? Hast du was
mitgebracht ins Haus, das du wegschenken könntest? Mit deines Vaters Bettelstab kann
man keine Suppe wärmen, und wirfst das Geld aus, wie eine Fürstin? Noch einmal laß dich
betreten, so sollst du meine Hand fühlen!" Die schöne Lisbeth weinte in ihrer Kammer über
den harten Sinn ihres Mannes, und sie wünschte oft lieber heim zu sein, in ihres Vaters
ärmlicher Hütte, als bei dem reichen, aber geizigen, hartherzigen Peter zu hausen. Ach,
hätte sie gewußt, daß er ein Herz von Marmor habe, und weder sie noch irgendeinen
Menschen lieben könnte, so hätte sie sich wohl nicht gewundert. Sooft sie aber jetzt unter
der Türe saß, und es ging ein Bettelmann vorüber, und zog den Hut, und hub an seinen
Spruch, so drückte sie die Augen zu, das Elend nicht zu schauen, sie ballte die Hand fester,
damit sie nicht unwillkürlich in die Tasche fahre, ein Kreuzerlein herauszulangen. So kam es,
daß die schöne Lisbeth im ganzen Wald verschrieen wurde, und es hieß, sie sei noch
geiziger als Peter Munk. Aber eines Tages saß Frau Lisbeth wieder vor dem Haus und
spann und murmelte ein Liedchen dazu; denn sie war munter, weil es schön Wetter und Herr
Peter ausgeritten war über Feld. Da kömmt ein altes Männlein de s Weges daher, der trägt
einen großen, schweren Sack, und sie hört ihn schon von weitem keuchen. Teilnehmend
sieht ihm Frau Lisbeth zu und denkt, einem so alten kleinen Mann sollte man nicht mehr so
schwer aufladen.
Indes keucht und wankt das Männlein heran, und als es gegenüber von Frau Lisbeth war,
brach es unter dem Sack beinahe zusammen. "Ach habt die Barmherzigkeit, Frau, und
reichet mir nur einen Trunk Wasser", sprach das Männlein, "ich kann nicht weiter, muß elend
verschmachten."
"Aber Ihr solltet in Eurem Alter nicht mehr so schwer tragen", sagte Frau Lisbeth.
"Ja, wenn ich nicht Boten gehen müßte, der Armut halber und um mein Leben zu fristen",
antwortete er, "ach, so eine reiche Frau, wie Ihr, weiß nicht, wie wehe Armut tut, und wie
wohl ein frischer Trunk bei solcher Hitze."
Als sie dies hörte, eilte sie ins Haus, nahm einen Krug vom Gesims und füllte ihn mit
Wasser; doch als sie zurückkehrte, und nur noch wenige Schritte von ihm war, und das
Männlein sah, wie es so elend und verkümmert auf dem Sack saß, da fühlte sie inniges
Mitleid, bedachte, daß ja ihr Mann nicht zu Hause sei, und so stellte sie den Wasserkrug
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