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stundenlang auf die einfache Kost, die ihm die Mutter zu dem Meiler bringen sollte, gefreut;
wenn er so über die Vergangenheit nachdachte, so kam es ihm ganz sonderbar vor, daß er
jetzt nicht einmal lachen konnte, und sonst hatte er über den kleinsten Scherz gelacht; wenn
andere lachten, so verzog er nur aus Höflichkeit den Mund, aber sein Herz - lächelte nicht
mit. Er fühlte dann, daß er zwar überaus ruhig sei - aber zufrieden fühlte er sich doch nicht.
Es war nicht Heimweh oder Wehmut, sondern Öde, Überdruß, freudenloses Leben, was ihn
endlich wieder zur Heimat trieb.
Als er von Straßburg herüberfuhr und den dunkeln Wald seiner Heimat erblickte, als er zum
erstenmal wieder jene kräftigen Gestalten, jene freundlichen, treuen Gesichter der
Schwarzwälder sah, als sein Ohr die heimatlichen Klänge, stark, tief, aber wohltönend
vernahm, da fühlte er schnell an sein Herz, denn sein Blut wallte stärker, und er glaubte, er
müsse sich freuen, und müsse weinen zugleich, aber - wie konnte er nur so töricht sein, er
hatte ja ein Herz von Stein, und Steine sind tot und lächeln und weinen nicht.
Sein erster Gang war zum Holländer-Michel, der ihn mit alter Freundlichkeit aufnahm.
"Michel", sagte er zu ihm, "gereist bin ich nun, und habe alles gesehen, ist aber alles
dummes Zeug und ich hatte nur Langeweile. Überhaupt, Euer steinernes Ding, das ich in der
Brust trage, schützt mich zwar vor manchem; ich erzürne mich nie, bin nie traurig, aber ich
freue mich auch nie, und es ist mir, als wenn ich nur halb lebte. Könnet Ihr das Steinherz
nicht ein wenig beweglicher machen, oder - gebt mir lieber mein altes Herz; ich hatte mich in
fünfundzwanzig Jahren daran gewöhnt, und wenn es zuweilen auch einen dummen Streich
machte, so war es doch munter und ein fröhliches Herz."
Der Waldgeist lachte grimmig und bitter: "Wenn du einmal tot bist, Peter Munk", antwortete
er, "dann soll es dir nicht fehlen, dann sollst du dein weiches, rührbares Herz wiederhaben
und du kannst dann fühlen was kommt, Freud oder Leid; aber hier oben kann es nicht mehr
dein werden! Doch, Peter! Gereist bist du wohl, aber, so wie du lebtest, konnte es dich nichts
nützen. Setze dich jetzt hier irgendwo im
um, es hat dir nur an Arbeit gefehlt, weil du müßig warst, hattest du Langeweile, und schiebst
jetzt alles auf dieses unschuldige Herz." Peter sah ein, daß Michel recht habe, was den
Müßiggang beträfe, und nahm sich vor, reich und immer reicher zu werden; Michel schenkte
ihm noch einmal hunderttausend Gulden und entließ ihn als seinen guten Freund.
Bald vernahm man im Schwarzwald die Märe, der Kohlen-Munk-Peter oder Spiel-Peter sei
wieder da, und noch viel reicher, als zuvor. Es ging auch jetzt wie immer; als er am
Bettelstab war, wurde er in der "Sonne" zur Türe hinausgeworfen, und als er jetzt an einem
Sonntagnachmittag seinen ersten Einzug dort hielt, schüttelten sie ihm die Hand, lobten sein
Pferd, fragten nach seiner Reise, und als er wieder mit dem dicken Ezechiel um harte Taler
spielte, stand er in der Achtung so hoch, als je. Er trieb jetzt aber nicht mehr das
Glashandwerk, sondern den Holzhandel, aber nur zum Schein. Sein Hauptgeschäft war mit
Korn und Geld zu handeln. Der halbe Schwarzwald wurde ihm nach und nach schuldig, aber
er lieh Geld nur auf zehn Prozente aus, oder verkaufte Korn an die Armen, die nicht gleich
zahlen konnten, um den dreifachen Wert. Mit dem Amtmann stand er jetzt in enger
Freundschaft, und wenn einer Herrn Peter Munk nicht auf den Tag bezahlte, so ritt der
Amtmann mit seinen Schergen heraus, schätzte Haus und Hof, verkaufte es flugs, und trieb
Vater, Mutter und Kind in den Wald. Anfangs machte dies dem reichen Peter einige Unlust,
denn die armen Ausgepfändeten belagerten dann haufenweise seine Türe, die Männer
flehten um Nachsicht, die Weiber suchten das steinerne Herz zu erweichen und die Kinder
winselten um ein Stücklein Brot; aber als er sich ein paar tüchtige Fleischerhunde
angeschafft hatte, hörte diese Katzenmusik, wie er es nannte, bald auf; er pfiff und hetzte,
und die Bettelleute flogen schreiend auseinander. Am meisten Beschwerde machte ihm das
"alte Weib". Das war aber niemand anders als Frau Munkin, Peters Mutter. Sie war in Not
und Elend geraten, als man ihr Haus und Hof verkauft hatte, und ihr Sohn, als er reich
zurückgekehrt war, hatte nicht mehr nach ihr umgesehen; da kam sie nun zuweilen, alt,
schwach und gebrechlich an einem Stock vor das Haus; hinein wagte sie sich nimmer, denn
er hatte sie einmal weggejagt, aber es tat ihr wehe, von den Guttaten anderer Menschen
leben zu müssen, da der eigene Sohn ihr ein sorgenloses Alter hätte bereiten können. Aber
das kalte Herz wurde nimmer gerührt von dem Anblicke der bleichen, wohlbekannten Züge,
von den bittenden Blicken, von der welken, ausgestreckten Hand, von der hinfälligen Gestalt;
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