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weggeworfen, keines dieser Herzen schlägt
mehr ängstlich und besorgt und ihre ehemaligen Besitzer
befinden sich wohl dabei, daß sie den unruhigen Gast aus dem Hause haben."
"Aber was tragen
sie denn jetzt dafür in der Brust?" fragte Peter, den dies alles, was er
gesehen, beinahe
schwindeln machte. "Dies",
antwortete jener, und reichte ihm aus einem Schubfach - ein steinernes Herz.
"So?" erwiderte er, und konnte sich
eines Schauers, der ihm über die Haut ging, nicht erwehren.
"Ein Herz von Marmelstein? Aber, horch einmal, Herr Holländer-Michel, das
muß doch
gar kalt sein in der Brust." "Freilich,
aber ganz angenehm kühl; warum soll denn ein Herz warm sein? im Winter nützt
dir die Wärme
nichts, da hilft ein guter Kirschgeist mehr als ein warmes Herz, und im
Sommer, wenn alles schwül und
heiß ist - du glaubst nicht, wie dann solch ein Herz abkühlt;
und wie gesagt, weder Angst noch Schrecken,
weder törichtes Mitleiden noch anderer Jammer
pocht an solch ein Herz." "Und
das ist alles, was Ihr mir geben könnet", fragte Peter unmutig; "ich hoff
auf Geld, und Ihr
wollet mir einen Stein geben!" "Nu,
ich denke an hunderttausend Gulden hättest du fürs erste genug; wenn
du es geschickt umtreibst,
kannst du bald ein Millionär werden." "Hunderttausend?"
rief der arme Köhler freudig, "nun so poche doch nicht so ungestüm in
meiner Brust,
wir werden bald fertig sein miteinander. Gut, Michel; gebt mir den Stein und
das Geld und die Unruh könnet
Ihr aus dem Gehäuse nehmen." "Ich
dachte es doch, daß du ein vernünftiger Bursche seist", antwortete der
Holländer freundlich
lächelnd, "komm, laß uns noch eins trinken, und dann will ich das Geld
auszahlen."
So setzten sie sich wieder in die Stube
zum Wein, tranken und tranken wieder, bis Peter in einen
tiefen Schlaf verfiel. Kohlen-Munk-Peter
erwachte beim fröhlichen Schmettern eines Posthorns und siehe da, er
saß in einem schönen Wagen,
fuhr auf einer breiten Straße dahin, und als er sich aus dem
Wagen bog, sah er in blauer Ferne hinter
sich den Schwarzwald liegen. Anfänglich wollte er gar
nicht glauben, daß er es selbst sei, der in diesem Wagen sitze; denn auch
seine Kleider waren
gar nicht mehr dieselben, die er gestern getragen, aber er erinnerte sich doch
an alles so deutlich,
daß er endlich sein Nachsinnen aufgab und rief: "Der Kohlen-Munk-Peter bin
ich, das ist
ausgemacht, und kein anderer." Er wunderte sich über sich selbst, daß
er gar nicht wehmütig
werden konnte, als er jetzt zum erstenmal aus der stillen Heimat, aus den
Wäldern, wo er so lange gelebt,
auszog; selbst nicht, als er an seine Mutter dachte, die jetzt
wohl hilflos und im Elend saß,
konnte er eine Träne aus dem Auge pressen oder nur
seufzen: denn es war ihm alles so gleichgültig.
"Ach freilich", sagte er dann, "Tränen und Seufzer, Heimweh und Wehmut
kommen ja aus
dem Herzen, und Dank dem Holländer- Michel
- das meine ist kalt und von Stein." Er
legte seine Hand auf die Brust, und es war ganz ruhig dort, und rührte sich
nichts. "Wenn er
mit den Hunderttausenden so gut Wort hielt, wie mit dem Herz, so soll es mich
freuen", sprach
er und fing an seinen Wagen zu untersuchen. Er fand Kleidungsstücke von aller
Art, wie er sie
nur wünschen konnte, aber kein Geld; endlich stieß er auf eine Tasche
und fand viele
tausend Taler in Gold und Scheinen, auf Handlungshäuser in allen großen
Städten. Jetzt
hab ich's, wie ich's wollte, dachte er, setzte sich bequem in die Ecke des Wagens,
und fuhr in die
weite Welt. Er
fuhr zwei Jahre in der Welt umher, und schaute aus seinem Wagen links und rechts
an den Häusern
hinauf, schaute, wenn er anhielt, nichts als den Schild seines Wirtshauses an,
lief dann in
der Stadt umher, und ließ sich die schönsten Merkwürdigkeiten zeigen;
aber es freute
ihn nichts, kein Bild, kein Haus, keine Musik, kein Tanz, sein Herz von Stein
nahm an nichts
Anteil und seine Augen, seine Ohren waren abgestumpft für alles Schöne.
Nichts war ihm
mehr geblieben, als die Freude an Essen und Trinken und der Schlaf, und so lebte
er, indem er
ohne Zweck durch die Welt reiste, zu seiner Unterhaltung speiste und aus
Langerweile schlief. Hier und da erinnerte
er sich zwar, daß er fröhlicher, glücklicher
gewesen sei, als er noch arm war und
arbeiten mußte, um sein Leben zu fristen. Da hatte
ihn jede schöne Aussicht ins Tal,
Musik und Gesang hatten ihn ergötzt, da hatte er sich
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