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ordentlich! Ich bin mit Schlag sieben Uhr in Schalksberg weggeritten."
"Ich auch - und ich", antworteten die Brüder vom Hirschberg und von Zollern.
"Nun, da muß der Teich hier gerade in der Mitte liegen", fuhr der Kleine fort. "Es ist ein
schönes Wasser."
"Ja, und eben darum habe ich euch hierher beschieden. Ich weiß, ihr seid beide große
Freunde vom Fischen, und ob ich gleich auch zuweilen gerne die Angel auswerfe, so hat
doch der Weiher Fische genug für drei Schlösser, und an seinen Ufern ist Platz genug für
unserer drei, selbst wenn wir alle auf einmal zu angeln kämen; darum will ich von heute an,
daß dieses Wasser Gemeingut für uns sei, und jeder von euch soll gleiche Rechte daran
haben wie ich."
"Ei, der Herr Bruder ist ja gewaltig gnädig gesinnt", sprach der kleine Schalk mit höhnischem
Lächeln, "gibt uns wahrhaftig sechs Morgen Wasser und ein paar hundert Fischlein! Nu - und
was werden wir dagegen geben müssen, denn umsonst ist der Tod!"
"Umsonst sollt ihr ihn haben", sagte Kuno. "Ach, ich möchte euch ja nur zuweilen an diesem
Teich sehen und sprechen; sind wir doch eines Vaters Söhne."
"Nein!" erwiderte der vom Schalksberg, "das ginge schon nicht, denn es ist nichts
Einfältigeres als in Gesellschaft zu fischen, es verjagt immer einer dem andern die Fische;
wollen wir aber Tage ausmachen, etwa Montag und Donnerstag du, Kuno, Dienstag und
Freitag Wolf, Mittwoch und Sonnabend ich - so ist es mir ganz recht."
"Mir nicht einmal dann", rief der finstre Wolf. "Geschenkt will ich nichts haben und will auch
mit niemand teilen; du hast recht, Kuno, daß du uns den Weiher anbietest, denn wir haben
eigentlich alle drei gleichen Anteil daran, aber lasset uns darum würfeln, wer ihn in Zukunft
besitzen soll; werde ich glücklicher sein als ihr, so könnt ihr immer bei mir anfragen, ob ihr
fischen dürfet."
"Ich würfle nie", entgegnete Kuno, traurig über die Verstocktheit seiner Brüder.
"Ja freilich", lachte der kleine Schalk, "er ist ja gar fromm und gottesfürchtig, der Herr Bruder,
und hält das Würfelspiel für eine Todsünde; aber ich will euch was anderes vorschlagen,
woran sich der frömmste Klausner nicht schämen dürfte. Wir wollen uns Angelschnüre und
Haken holen, und wer diesen Morgen bis die Glocke in Zollern zwölf Uhr schlägt die meisten
Fische angelt, soll den Weiher eigen haben."
"Ich bin eigentlich ein Tor", sagte Kuno, "um das noch zu kämpfen, was mir mit Recht als
Erbe zugehört; aber damit ihr sehet, daß es mir mit der Teilung ernst war, will ich mein
Fischgeräte holen."
Sie ritten heim, jeder nach seinem Schloß; die Zwillinge schickten in aller Eile ihre Diener
aus, ließen alle alten Steine aufheben um Würmer zur Lockspeise für die Fische im Teich zu
finden, Kuno aber nahm sein gewöhnliches Angelzeug und die Speise, die ihn einst Frau
Feldheimerin zubereiten gelehrt, und war der erste, der wieder auf dem Platz erschien. Er
ließ, als die beiden Zwillinge kamen, diese die besten und bequemsten Stellen auserwählen
und warf dann selbst seine Angel aus. Da war es, als ob die Fische in ihm den Herrn dieses
Teiches erkannt hätten; ganze Züge von Karpfen und Hechten zogen heran und wimmelten
um seine Angel; die ältesten und größten drängten die kleinen weg, jeden Augenblick zog er
einen heraus, und wenn er die Angel wieder ins Wasser warf, sperrten schon zwanzig,
dreißig die Mäuler auf, um an den spitzigen Haken anzubeißen. Es hatte noch nicht zwei
Stunden gedauert, so lag der Boden um ihn her voll der schönsten Fische; da hörte er auf zu
fischen und ging zu seinen Brüdern um zu sehen, was für Geschäfte sie machten. Der kleine
Schalk hatte einen kleinen Karpfen und zwei elende Weißfische, Wolf drei Barben und zwei
kleine Gründlinge, und beide schauten trübselig in den Teich, denn sie konnten die
ungeheure Menge, die Kuno gefangen, gar wohl von ihrem Platz aus bemerken. Als Kuno an
seinen Bruder Wolf herankam, sprang dieser halb wütend auf, zerriß die Angelschnur, brach
die Rute in Stücke und warf sie in den Teich. "Ich wollte, es wären tausend Haken, die ich
hineinwerfe, statt dem einen, und an jedem müßte eine von diesen Kreaturen zappeln", rief
er, "aber mit rechten Dingen geht es nimmer zu, es ist Zauberspiel und Hexenwerk, wie
solltest du denn, dummer Kuno, mehr Fische fangen in einer Stunde, als ich in einem Jahr?"
"Ja, ja, jetzt erinnere ich mich", fuhr der kleine Schalk fort, "bei der Frau Feldheimerin, bei
der schnöden Hexe hat er das Fischen gelernt, und wir waren Toren mit ihm zu fischen, er
wird doch bald Hexenmeister werden."
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