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Raumklang funktioniert auch ohne Dolby Surround
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Karawane (Audio CD) Da ich nicht Besitzer einer Surround-Anlage bin, kann ich den klanglichen Mehrwert dieser CD nur erahnen, aber selbst mit normalen Kopfhörern dringt die intendierte Raumkonzeption insbesondere bei "Karawane", das Weiterreichen unterschiedlichster Schlagzeugklänge, trotzdem ans Ohr (auch wenn ein Schnarren hier und ein Reiben dort nicht einen von hinten links oder seitlich von unten anspringt). Es ist schon ein starkes Stück, überhaupt ein Werk für 12 Schlagwerker zu komponieren - die muss man erstmal zusammen kriegen! Der erste Teil - knapp 10 Minuten - hat improvisatorischen Charakter, Rhythmen im eigentlichen Sinne, Erinnerbares, wird grundsätzlich vermieden. Das hat etwas Beliebiges und wirkt nur aufgrund der mannigfaltigen Farben. Der zweite Teil hingegen wartet mit mehr Abwechslung und Schattierungen auf, auch ein paar kleinere Ausrufe kommen vor. Sogar die Karosserie eines Autos wird manuell traktiert (zumindest deutet darauf ein Bild im Booklet hin). Es handelt sich zweifelsohne um sehr schwierige Musik, aber mit etwas Zeit entfaltet sich ein sehr differenziertes Geräuschpanorama, das sich weniger abnutzt als stark ryhtmisierte Percussion-Musik. Die folgende Komposition für Frauenchor und Percussion macht einen etwas verbrauchten Eindruck: Warum nur immer diese Silben, Bruchstücke, Halb- und Viertelsätze aus irgendwelcher hochrangiger Dichtung? Dieses Dekonstruktionsgehabe wirkt auf mich mittlerweile altmodisch und gewollt. Wer so etwas mag: Es werden praktisch alle Register moderner Vokalbehandlung durchexerziert. Besser ist da die "Klaviatur der Mythen" für Schlagzeuger mit Streichorchester. Radikal ist das so oder so, und ich bin mir nicht so sicher, ob man das mehr als fünf Mal hören möchte. Ich jedenfalls nicht. Trotzdem ist diese CD für Percussion-Freunde und unter Berücksichtigung des erhöhten Schwierigkeitsgrades möglicherweise lohnend. Frau Hölzsky macht jedenfalls keine Kompromisse.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 11. August 2006 |